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In der Untersuchung werden mehr als 1.500 Standorte von Industriekläranlagen ausgewertet; insgesamt wird die Zahl der Industriekläranlagen in diesen Ländern auf mehr als 3.600 geschätzt.
Die Industrie ist einer der größten Wasserverbraucher und Abwasserproduzenten in Europa. Die fünf Länder Deutschland, Dänemark, Niederlande, Österreich und Schweiz kommen zusammen auf etwa 3,2 Milliarden m3 Abwasser durch Industrie und Gewerbe. Diese Abwässer werden in rund 3.600 industriellen Abwasserbehandlungsanlagen gereinigt. Im Rahmen der Untersuchung konnte ecoprog mehr als 1.500 solcher Standorte in Industrie und Gewerbe identifizieren, für die von einer betriebseigenen Abwasserbehandlung ausgegangen wird.
Die drei wichtigsten Branchen in der industriellen Abwasserbehandlung sind die Chemie- und Pharmaindustrie, die Lebensmittelindustrie und die Papier- und Zellstoffindustrie.
Die Chemie- und Pharmaindustrie ist mit knapp 850 Millionen m3 der größte industrielle Abwasserproduzent. Die Abwässer enthalten oft Rückstände von Arzneimitteln oder Kosmetika. Hier wurden etwa 370 Standorte identifiziert, für die eine betriebseigene Abwasserbehandlung angenommen wird.
Die Lebensmittelindustrie steht an zweiter Stelle des industriellen Abwasseraufkommens mit etwa 300 Millionen m3. Abwässer aus der Lebensmittelindustrie weisen oft hohe organische Schmutzfrachten auf – entsprechend werden biologische Behandlungsverfahren eingesetzt. In der Lebensmittelindustrie konnten etwa 500 Standorte der industriellen Abwasserbehandlung identifiziert werden.
Die Papier- und Zellstoffindustrie ist mit etwa 275 Millionen m3 der drittgrößte industrielle Abwasserproduzent. Auch hier weisen die Abwässer eine hohe organische Schmutzfracht durch Faserreste auf. Für die Papierindustrie wurden knapp 150 Standorte identifiziert, für die von einer eigenen Abwasserbehandlung ausgegangen werden kann. Wie auch in der Chemie- und Pharmaindustrie – und im Gegensatz zur Lebensmittelindustrie – sind die Standorte hier im Schnitt sehr groß.
Die Gesetzeslage am Markt der industriellen Abwasserbehandlung kann als vergleichsweise reif und stabil bezeichnet werden. Trotzdem kann eine zunehmend striktere Gesetzgebung beobachtet werden, wie bei der im August 2024 in Kraft getretenen Novelle der Industrieemissionsrichtlinie. Auch rücken neue Schadstoffe (wie PFAS) und Behandlungstechnologien in den Fokus. Eine mögliche Ausweitung einer EU-Verordnung zur Wiederverwendung von Wasser in Industriebetrieben wird bis 2028 durch die EU geprüft. Dementsprechend kann mit Investitionen in die industrielle Abwasserbehandlung gerechnet werden, vor allem durch Modernisierung bestehender Anlagen, vereinzelt aber auch durch den Bau neuer Anlagen.
Die Untersuchung analysiert Industriestruktur, industrielle Wassernutzung und Abwassereinleitung in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz und liefert Informationen zu 1.500 Unternehmen aus Industrie und Gewerbe. Die Publikation ist erhältlich unter: www.ecoprog.com.
Über ecoprog
ecoprog ist ein Beratungsunternehmen in der Umwelt- und Energietechnik. In diesen Märkten arbeitet ecoprog als Market Consultant und ist ein etablierter Brancheninsider. Typische Tätigkeiten von ecoprog sind Markt- und Wettbewerbsuntersuchungen, Commercial Due Diligence, Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und Stoffstromanalysen.