Kreis Wesel plant gemeinsame Gesellschaft für zukunftsfähige Klärschlammbehandlung

Kreisausschuss empfiehlt langfristige Kooperation von KWA und LINEG

Der Kreisausschuss des Kreises Wesel hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 2. Juli 2026 einstimmig die Gründung einer neuen Gesellschaft zur Behandlung von Klärschlamm empfohlen.


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Geplant ist eine gemeinsame Gesellschaft der Kreis Weseler Abfallgesellschaft (KWA) und der Linksniederrheinischen Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG). Das Projekt wurde maßgeblich vom Kreis Weseler Vorstandsmitglied Helmut Czichy vorangetrieben, der zum 1. Juli 2026 seinen Ruhestand angetreten hat. Zudem profitierte das Vorhaben von der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und dem großen Engagement des mit KWA- und LINEG-Personal besetzten Projektteams.

Die Anteile an der neuen Gesellschaft mit dem derzeitigen Arbeitstitel „Klärschlammbehandlungsgesellschaft Linker Niederrhein mbH“ (KLN) sollen jeweils zur Hälfte von der KWA und der LINEG gehalten werden. Ziel ist es, die Entsorgung von Klärschlamm langfristig sicher, wirtschaftlich und umweltgerecht zu gestalten. Hintergrund sind verschärfte gesetzliche Vorgaben für die Klärschlammverwertung. Künftig müssen wertvolle Rohstoffe wie Phosphor aus dem Klärschlamm zurückgewonnen werden. Daher ist die bisher praktizierte Mitverbrennung von Klärschlamm, insbesondere in Müllverbrennungsanlagen, nur noch eingeschränkt möglich. Am Abfall- und Energiezentrum Asdonkshof ist deshalb eine neue technische Lösung erforderlich.

Geplant ist der Bau einer neuen, modernen Klärschlammtrocknungsanlage am Abfall- und Energiezentrum Asdonkshof in Kamp-Lintfort. Dort sollen die auf den Kläranlagen der LINEG anfallenden Klärschlämme mit bislang ungenutzter Abwärme aus der Müllverbrennungsanlage auf Niedertemperaturbasis getrocknet werden. Durch dieses Verfahren kann das Gewicht des Klärschlamms um rund 75 Prozent reduziert werden. Dadurch werden Transportaufwand und CO₂-Emissionen deutlich verringert. Gleichzeitig kann der aktuell noch in der Bestandsanlage für die Trocknung eingesetzte Dampf aus der Müllverbrennung zukünftig zur Stromerzeugung genutzt werden. Dies verbessert die Energieeffizienz des Standortes und trägt zum Klima- und Umweltschutz bei.

Die Finanzierung erfolgt durch die beiden Gesellschafter. Auswirkungen auf den Kreishaushalt oder die Abfallgebühren werden nach derzeitiger Einschätzung nicht erwartet. Vielmehr soll das Projekt langfristig zur Gebührenstabilität beitragen.

„Mit dem Vorhaben stärken wir den Standort Asdonkshof, sichern eine nachhaltige Entsorgung und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz“, so Landrat Ingo Brohl. Die Umsetzung des Vorhabens steht noch unter dem Vorbehalt eines Kreistagsbeschlusses am Donnerstag, 9. Juli 2026, sowie der erforderlichen Genehmigungen, insbesondere durch die Bezirksregierung Düsseldorf.

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