RWE bekräftigt Ergebnisprognose für 2015

Betriebliches Halbjahresergebnis um 11% unter Vorjahr und Nettoverschuldung auf 25,6 Mrd. Euro gesunken

Im ersten Halbjahr 2015 hat sich das EBITDA von RWE erwartungsgemäß um 7% auf 3,2 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringert und das betriebliche Ergebnis um 11% auf 2,0 Mrd. Euro. Ausschlaggebend dafür war vor allem der fortgesetzte Margenrückgang in der konventionellen Stromerzeugung. Positiv entwickelte sich der Energievertrieb, der europaweit 614 Mio. Euro (Vorjahr: 589 Mio. Euro) zum betrieblichen Ergebnis beisteuerte. Hier wirkte sich die Normalisierung der Temperaturen gegenüber der sehr milden Witterung im Vorjahreszeitraum positiv auf den Gasabsatz aus; dem standen Belastungen durch unerwartete operative und technische Probleme im britischen Vertriebsgeschäft gegenüber.


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Das bereinigte Nettoergebnis (vormals: nachhaltiges Nettoergebnis) ging um 28% auf 543 Mio. Euro zurück. Neben der verschlechterten operativen Ertragslage ist das auch auf eine ungewöhnlich hohe Steuerquote zurückzuführen. Der Außenumsatz blieb mit 25,1 Mrd. Euro nahezu unverändert.

Investitionen in erneuerbare Energien zahlen sich aus

Einen deutlichen Ergebnisanstieg verzeichnete der Unternehmensbereich Erneuerbare Energien. Das betriebliche Ergebnis von RWE Innogy lag mit 233 Mio. Euro erheblich über Vorjahr (81 Mio. Euro). Dazu hat vor allem die Inbetriebnahme neuer Windkraftanlagen beigetragen: „Mit der Fertigstellung unserer Offshore-Windparks Nordsee Ost und Gwynt y Môr haben wir im zweiten Quartal wichtige Meilensteine erreicht“, sagte Peter Terium, Vorstandsvorsitzender der RWE AG. „Und wir machen weiter. Die neuen Anlagen sind die Basis dafür, dass unsere Erneuerbare-Energien-Tochter RWE Innogy ihr betriebliches Ergebnis im laufenden Jahr voraussichtlich verdoppeln wird.“

Deutlicher Rückgang der Nettoschulden wegen des Verkaufs von RWE Dea

Die Nettoschulden des RWE-Konzerns lagen zum 30. Juni 2015 bei 25,6 Mrd. Euro und damit deutlich unter dem Stand vom 31. Dezember 2014 (31,0 Mrd. Euro). Hauptgrund dafür sind Erlöse aus Desinvestitionen, vor allem aus dem Verkauf von RWE Dea. Zudem wirkte sich die Anhebung der Diskontierungssätze für Pensionsrückstellungen als Folge der Entwicklung der Marktzinsen schuldenmindernd aus. Zum Schuldenrückgang beigetragen haben auch die im April begebenen Hybridanleihen über 1,25 Mrd. Euro: Im Einklang mit der Vorgehensweise der Ratingagenturen wird Hybridkapital nur hälftig den Nettoschulden zugerechnet.

Stromerzeugung um 2% über Vorjahr

Im ersten Halbjahr 2015 hat der RWE-Konzern 101,8 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom produziert, 2% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zuzuordnen ist das unter anderem dem neuen Steinkohlekraftwerk im niederländischen Eemshaven mit einer Kapazität von 1.554 Megawatt (MW), dessen beide Blöcke seit 1. Mai bzw. 1. Juli 2015 im kommerziellen Betrieb sind. Auch der Ausbau der Windkraftkapazitäten und das hohe Windaufkommen trugen zum Anstieg der Stromproduktion bei. Gegenläufig wirkte das Auslaufen einiger langfristiger Nutzungsverträge für Steinkohlekraftwerke im Jahr 2014.

Stromabsatz nahezu unverändert, Gasliefermengen 13% über Vorjahr

In den ersten sechs Monaten des Jahres hat der RWE-Konzern 128,6 Mrd. kWh Strom an externe Kunden geliefert, etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum. Während der Absatz bei Industrie- und Geschäftskunden unter anderem dank erfolgreicher Akquise gestiegen ist, gingen die an deutsche Weiterverteiler gelieferten Mengen zurück.

Der Gasabsatz ist um 13% auf 167,4 Mrd. kWh gestiegen. Dazu trug vor allem der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum witterungsbedingte Anstieg des Gasverbrauchs bei.

Stark rückläufige Investitionen

Die Investitionen des RWE-Konzerns lagen mit 1,2 Mrd. Euro um 21% unter dem Vorjahresniveau. Stark rückläufig waren die Investitionen im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung, da nicht mehr so viele Mittel für die beiden neuen Steinkohlekraftwerke in Eemshaven und in Hamm eingesetzt werden mussten. Ebenfalls stark verringert haben sich die Investitionen im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien. Sie entfielen unter anderem auf die neuen Offshore-Windparks Nordsee Ost (295 MW) und Gwynt y Môr (576 MW).

Über 1.000 Stellen abgebaut

Zum 30. Juni 2015 beschäftigte RWE 58.717 Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitstellen). Das sind per saldo 1.067 Beschäftigte weniger als zum Jahresende 2014. Rationalisierungsmaßnahmen spielten dabei eine zentrale Rolle, besonders im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung. Der im März abgeschlossene Verkauf von RWE Dea hatte 2015 keinen Einfluss auf den Personalbestand, weil die Beschäftigten des Unternehmens bereits seit Mitte 2014 nicht mehr in den Konzernzahlen berücksichtigt wurden.

Konzernausblick bestätigt

Die Prognose zum diesjährigen Geschäftsverlauf von RWE, die im März veröffentlicht und im Mai bestätigt wurde, hat mit einer Ausnahme Bestand: Das britische Vertriebsgeschäft wird deutlich unter Vorjahr abschließen. Bislang wurde eine leichte Ergebnisverbesserung erwartet. Die Prognose für den Gesamtkonzern wird dennoch bestätigt: Für 2015 erwartet der Konzern unverändert ein EBITDA zwischen 6,1 und 6,4 Mrd. Euro und ein betriebliches Ergebnis zwischen 3,6 bis 3,9 Mrd. Euro. Das bereinigte Nettoergebnis liegt voraussichtlich im Korridor von 1,1 bis 1,3 Mrd. Euro.

RWE bekräftigt Ergebnisprognose für 2015 - Anhang 1
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