Minister Backhaus diskutiert über Zukunft der Meeresschutzgebiete

Anlässlich der Segelreise des NABU zu Meeres­schutzgebieten zwischen Stralsund und Kiel, nimmt Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus an Bord des Herings­loggers „RYVAR“ am 09. Juli 2023 in Stralsund an einer Podiumsdiskussion teil. Dazu erklärt der Minister:


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„Unsere Meere sind in keinem guten Zustand. Gründe hierfür sind insbesondere die zu hohen Nährstoff­einträge, Einträge von Schadstoffen und Müll, Belastung durch Munitionsaltlasten, Unterwasserlärm sowie eine insgesamt zu hohe Nutzungsdichte. Die Meere sind daher auf einen länderübergreifenden kooperativen Meeresnatur- und umweltschutz angewiesen. Ein geeignetes Schutzgebietssystem ist eine Hauptmaß­nahme zum Schutz der Meere. Dabei sind wir in MV schon ein Stück vorangekommen. 50% der zu MV gehörenden Meeresflächen sind Meeresschutzgebiete gemäß der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie. Seit Beginn der 1990er Jahre konnten die Phosphorfracht um ca. 84 % und die Stickstofffracht um etwa 32 % gesenkt werden. Dennoch gibt es noch viel zu tun und zu erforschen; denn Analysen zu Schutzgebietssystemen auf EU-Ebene und HELCOM zeigen, dass die Einrichtung von Schutzgebieten alleine nicht ausreichen. Ob die Einrichtung nutzungsfreier Flächen zur Erreichung eines guten Umweltzustandes notwendig ist, ist ein Streitpunkt auch innerhalb Naturschutzes. Hier fehlen noch grundlegende Daten. Klar ist, Schutzgebiete leisten einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise und für den Erhalt der Biodiversität. Die Etablierung von Schutzgebieten kann dazu beitragen, die CO2-Speicherfunktion des Meeres zu nutzen. Zum Beispiel durch Salzwiesen, Seegräser und Tange. So lagert Seegras circa 2,7 kg CO2 pro m². Seegraswiesen binden CO2 in bemerkenswert effizienter Weise. Sie akkumulieren CO2 30 bis 50-mal schneller im Meeres­boden als die Wälder im Boden an Land. Die Wiederan­siedlung von Blasentang und Seegras in MV bietet also großes Speicherpotential. Ein nutzungsfreier Schutz dieser Gebiete könnte gewährleisten, dass die Kohlen­stoff­speicher nicht wieder verschwinden. Aktuell fehlt allerdings die Datengrundlage, wo im Küstenmeer MVs Flächen für die Wiederansiedlung von Seegräsern und Algenwäldern geeignet wären. Wir prüfen, wie die notwendige Datengrundlage erarbeitet werden kann. Aber nicht alle Gebiete sind für eine Nullnutzung geeignet. So sind beispielsweise Salzwiesen zwingend auf die Beweidung durch Rinder angewiesen. Durch Festtreten der Fläche wird die Torfbildung angeregt, was zum Klimaschutz und zum Küstenschutz beiträgt. Ein Verbot der Beweidung würde in diesem Fall sogar zu einer Verschlechterung führen. In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns, was zeigt, dass es keine einfachen Lösungen gibt“, so Klimaschutz­minister Backhaus.

Minister Backhaus diskutiert über Zukunft der Meeresschutzgebiete - Anhang 1
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